Tipps Steuererklärung 2017

Barzahlung geht gar nicht

Private Kosten kann man meist nicht von der Steuer absetzen. Aber es gibt Ausnahmen, etwa wenn es um Handwerkerleistungen oder Dienstleistungen im Haushalt geht. Wann der Fiskus sich an Rechnungen von Handwerkern und Dienstleistern beteiligt: eine Anleitung zum Steuersparen von Rolf Winkel.

Stadtratte / iStock

Besser als Bargeld: Überweisungen erleichtern die Steuererklärung.
02.05.2018
  • Von: Rolf Winkel
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Fördergrenzen
Das Finanzamt beteiligt sich mit 20 Prozent an dem Teil der Rechnungen, der steuerlich anerkannt wird. Bei Handwerkerleistungen werden in einem Kalenderjahr maximal 6000 Euro berücksichtigt. Der Fiskus schießt damit maximal 1200 Euro zu. Haushaltsnahe Dienstleistungen wer - den bis zu einer Höhe von 20 000 Euro berücksichtigt. Hierzu zählt alles, was Familienmitglieder normalerweise selbst erledigen - wie Putzen, Kochen oder Rasenmähen. Das Finanzamt beteiligt sich auch hier mit maximal einem Fünftel. Das sind 4000 Euro. Die anerkannten Beträge werden in der Regel mit der Steuerschuld verrechnet. Wer beispielsweise für 2017 eigentlich 100 Euro  Steuern nachzahlen müsste und noch 5000 Euro Arbeitskosten von Handwerkern nachweisen kann, dem werden 900 Euro Steuern erstattet.

Keine Barzahlung!
Die Förderregeln sollen Schwarzarbeit eindämmen. Deshalb müssen a) Rechnungen vorgelegt  werden und der Rechnungsbetrag muss b) vom Konto überwiesen werden. Zudem beteiligt sich das Finanzamt nur an Arbeits-, Fahrt- und den anteiligen Maschinenkosten sowie an den auf diese Ausgabenposten anfallende Mehrwertsteuer. Diese Positionen müssen deshalb gesondert in den Rechnungen ausgewiesen werden. Kosten für das vom Handwerker verwendete Material - etwa Tapeten und Farben - sind nicht steuerbegünstigt.

Arbeit im Haushalt
Das Finanzamt erkennt nur Leistungen steuerlich an, die im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. Das bedeutet beispielsweise: Die Rechnung des Schreiners über einen Einbauschrank  wird in der Regel nicht anerkannt, da der Schrank ja in der Werkstatt des Handwerkers hergestellt wird. Doch wer aufpasst, kann auch in diesen Fällen eine Steuererstattung erhalten.
TIPP: Der Handwerker sollte in seiner Rechnung zwischen den Arbeiten in der Wohnung des Steuerpflichtigen und Arbeiten in seiner Werkstatt unterscheiden. Der Rechnungsanteil beispielsweise für das Ein- und Ausbauen des Einbauschranks in der Wohnung wird anerkannt. Wichtig: Eine solche Aufteilung muss der  Handwerker vornehmen. Schätzungen des Kunden werden in der Regel nicht akzeptiert.

Haushaltsnahe Arbeiten
Der Bundesfinanzhof hat klargestellt: Auch das Ausführen eines Hundes über die Grundstücksgrenzen hinaus kann steuerbegünstigt sein (Aktenzeichen VI B 25/17). Die Begründung: Zwar findet das Gassigehen außerhalb des Haushalts statt, doch die Dienstleistung hat einen unmittelbaren räumlichen Bezug zum Haushalt. Wichtig ist jedoch: Der Steuervorteil gilt nur, wenn ein Hund ein bis zwei Stunden ausgeführt wird. Ein ganztägiger Aufenthalt in einer Hundepension wird dagegen nicht vom Finanzamt anerkannt. Nur in Ausnahmefällen werden "die Begleitung von Kindern, kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen bei Einkäufen und Arztbesuchen sowie kleine Botengänge und so weiter" steuerlich begünstigt. Dies gilt dann, "wenn sie zu den Nebenpflichten der Haushaltshilfe, des Pflegenden oder Betreuenden im  Haushalt gehören", heißt es im aktuellen Anwendungsschreiben des Bundesfinanzministeriums. Ob dies mit der Regelung zum Gassigehen zusammenpasst, werden wohl die Finanzgerichte entscheiden müssen.

Kinderwohnung
Viele Eltern finanzieren ihren Kindern, solange diese noch in einer (auswärtigen) Ausbildung sind, die Wohnung. Auch wenn dort von Handwerkern tapeziert oder Parkett abgeschliffen wird, können die Eltern die Kosten beim Finanzamt geltend machen. Das geht aber nur, solange die Eltern noch einen Kindergeldanspruch für den Sohn oder die Tochter haben und solange sie auch die Wohnungsmiete zahlen beziehungsweise dem Kind eine Eigentumswohnung mietfrei überlassen.

Umzug
Wer in eine neue Bleibe zieht, hat oft zeitweise Ausgaben in zwei Wohnungen: Die alte Wohnung muss instand gesetzt und die neue renoviert oder umgebaut werden. Die im alten wie im neuen Wohnsitz anfallenden Handwerksarbeiten und Dienstleistungen werden steuerlich berücksichtigt. Die Freibeträge verdoppeln sich allerdings nicht. Bei den Umzugskosten gilt: Ist der Umzug privat veranlasst (etwa wegen der Liebe), so werden die Speditionskosten (natürlich nur nach offizieller Rechnung) als haushaltsnahe Dienstleistung berücksichtigt. Die Aufwendungen für einen beruflich veranlassten Umzug können dagegen als Werbungskosten zählen.

Zahlungsdatum
Das Finanzamt berücksichtigt die Ausgaben in dem Jahr, in dem die Rechnung bezahlt wird. Es kommt also nicht auf das Rechnungsdatum an.

Tipp: Wer in einem Jahr seine Freibeträge für Handwerkerleistungen beziehungsweise Haushaltsdienste schon ausgeschöpft hat, kann weitere Arbeiten ins Folgejahr schieben. Gegebenenfalls kann man mit einem Handwerker oder Dienstleister auch vereinbaren, dass die Rechnung erst im Folgejahr beglichen wird. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, am Ende eines Jahrs bereits - gegen Rechnung - Abschlagszahlungen für bereits erledigte Teilarbeiten zu leisten.

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