Gelbe Karte für den Arbeitgeber

Friedlicher Kampf für einen Tarifvertrag bei C.P.M.

Gemeinsam, entschlossen für einen Tarifvertrag – frei nach diesem Motto rief die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie die Mitarbeiter des Pharmaunternehmens C.P.M. in Feldkirchen-Westerham am 6. Dezember zu einer Protestkundgebung in der Mittagspause auf. Über 80 Mitarbeiter des 130 Arbeitnehmer zählenden Betriebs, kamen dem kurzfristigen Aufruf nach und beteiligten sich mit Fahnen und selbst gemalten Protestschildern an der Veranstaltung auf dem Firmengelände.

IG BCE

Gemeinsam und entschlossen für einen Tarifvertrag bei CPM Gemeinsam und entschlossen für einen Tarifvertrag bei CPM

„Wir sind mittlerweile in der 6. Verhandlungsrunde zur Einführung eines Tarifvertrags und die Arbeitgeber nehmen die Forderungen der Mitarbeiter immer noch nicht ernst genug,“ sagt Verhandlungsführer Stefan Plenk von der IG BCE. Daher war es nun an der Zeit mit dem Mitarbeiterprotest ein deutliches Zeichen zu setzen. Gemeinsam zeigten die Teilnehmenden dem Arbeitgeber symbolisch die Gelbe Karte für unfaires Spiel, wohlweislich, dass die Mitarbeiter zusammen mit der Gewerkschaft auch in der Lage wären, die rote Karte zu zeigen. Die rote Karte wäre ein Warnstreik, dass die Mitarbeiter hierzu entschlossen wären, unterstrich die gute Mobilisierung zur Kundgebung.

 

Grund des Unmuts ist, das große Teile der Belegschaft bis zu 30% weniger verdienen als ein durchschnittlicher Mitarbeiter von benachbarten Chemie- und Pharmabetrieben, die zum Großteil dem Flächentarifvertrag Chemie der IG BCE angehören. So gibt es bei der CPM Produktionsmitarbeiter, die für eine 40 Stundenwoche weniger als 1800€ brutto verdienen, die gleiche Tätigkeit bei einem der benachbarten Chemieunternehmen würde ca. 700€ brutto mehr im Monat bedeuten. Daher ist es nur das gute Recht der Mitarbeiter, sich zusammen mit der IG BCE für bessere Löhne einzusetzen. Selbst innerhalb des Aenova-Konzerns, dem die CPM angehört, gibt es zwei Schwesterstandorte in Bad Aibling und Wolfratshausen, bei denen bereits annähernd die Chemie Fläche bezahlt wird. Bei beiden konnte dies die IG BCE mit erfolgreichen Haustarifverhandlungen erreichen. „Nur bei CPM stellt sich der Arbeitgeber quer, obwohl die Leute innerhalb des Konzerns wechseln können, die Fluktuation daher riesig ist und es die beste Investition wäre, den Mitarbeitern endlich anständige Löhne zu bezahlen,“ mahnt Plenk an. Die Tarifkommission der IG BCE ist bereit für weitere konstruktive Verhandlungen, die allerdings einen deutlichen Anstieg der Löhne und Gehälter zur Folge haben müssten. Die Mitarbeiter von CPM sind auf jeden Fall weiterhin wild entschlossen, sich für den von Ihnen gewünschten Tarifvertrag einzusetzen. Notfalls auch mit roten Karten.

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